Dieses Wochenende war eines der erlebnisreichsten hier in Kanada. Wir sind am Freitag zusammen mit Mike, Adam und den Sawatzky-Kids nach Winnipeg gefahren, um uns dort Ocean's 13 anzuschauen und einen schoenen Abend mit Blizzards (DQ) udn Pizza zu verbringen. Auf dem Weg zurueck sind wir in einen grossen Sturm reingefahren und haben sogar eine Getreidefabrik gesehen, ueber die ein Tornado hinweggebraust war. Die Silos waren total zerstoert und runtherum lagen auseinandergerissene Teile der Trucks, die dort vorher geparkt waren. Einer der Farmer hat ein Video von dem Tornado gemacht und Youtube zur Verfuegung gestellt. Der Link ist der folgende: http://youtube.com/watch?v=kEUXr6FMtWk . Oder auch: http://www.youtube.com/watch?v=zv8H-RTVGew&NR=1. Ihr muesst euch unbedingt diese beiden Videos anschauen. Das ist verrueckt!!! Der zweite Link ist sogar noch besser, ich habe ihn mir gerade angesehen und er hat ein paar Fotos, die unbedingt sehenswert sind.
Wir sind dann anschliessend noch zu den Sawatzkys gegangen und haben ein paar Minuten im Poo verbracht.Am Abend dann musste ich schnell meine Sachen packen, weil es am naechsten Morgen ja los nach Kenora gehen sollte. Wir habens uns dann auch am naechsten Morgen gegen 7Uhr auf den Weg gemacht und sind nach ca. 3h an der Mitte Kanadas vorbeigekommen. Da steht dann einfach nur ein Schild, auf dem geschrieben steht: "Willkommen zur geographischen Mitte Kanadas". 1-2h spaeter sind wir dann auch schon auf einen kleinen Seitenhighway abgebogen, auf dem wir dann allerdings auch noch min. 1h fahren mussten. Diese Strasse hat sich durch die Waelder, Suempfe und Berge Ontarios geschlaengelt und man kann schon einen grossen Unterschied zwischen den flachen Prairies und dem bewaelderten, urwaldartigen Ontario erkennen. Carl Enns ist uebrigens auch gekommen, er hatte allerdings am Morgen noch etwas zu tun und hat sich deshalb erst spaeter auf sein Motorbike geschwungen und ist die 4-5h nach Kenora gefahren. Sobald wir angekommen waren, haben wir auch gleich gemerkt, wie heiss es war. Wir haben dieses Wochenende also mit den Thiessens verbracht. Sarah Thiessen ist eine gute Freundin meiner Gastschwester und hat auf mich auch die eine Woche, wo Tina in Mexiko war, "aufgepasst". Ich kenn sie also schon ganz gut. Auch ihre Familie ist sehr nett und spricht sogar Deutsch. Ihr Vater war Opernsaenger in Deutschland fuer 7 Jahre und die Mutter hat eine Familie mit hochdeutschem Hintergrund (gluecklicherweise nicht noch mehr Plattdeutsche...). Die Mutter ist eine Gymnastik-Lehrerin und ihre beiden Toechter (Sarah und Erika) haben seit ihrem dritten Lebensjahr diesen Sport betrieben und deshalb hat Sarah mit dann auch die tollsten Spruenge vom Sprungbrett und Handstaende auf dem Surfboard zeigen koennen. Sie haben eine Villa bei dem "Lake of the Woods" und verbringen dort immer den gesamten Sommer. Sie haben dieses Haus schon 30 Jahre! Und alle ihre Kinder sind dort auch aufgewachsen. Der Vater hat mir erzaehlt, wie sie das ganze Land bekommen haben. Ihnen gehoert naemlich ein ganzer Landstreifen mit einem grossen Wald und dem Strand ganz in der Naehe des Sees, wo sie einen langen Steg fuer ihre grosses Boot haben. "Lake of the Woods" ist ein riesiger See, der von hoch oben in Kanada bis in die Staaten geht. Es gibt dort tausende von Fischen und angeblich haben hunderte von Celebrities diese Gegend als kleines Versteck erkannt und dort ihre Palaeste aufgebaut. Also wie sie zu dem ganzen Land dort gekommen sind, ist folgende Geschichte. Die Regierung hat einen gesamten Landstrich an einen Anwalt verkauft, den die Familie gut kannt und sie haben dann ein Viertel des Landes fuer einen relativ guten Preis von ihm abgekauft. das Haus draufgebaut. Die ersten 10Jahre, die sie in dem Haus gelebt haben, mussten sie dort immer mit dem Boot hinfahren, weil es keine Strasse zu diesem versteckten Schlupfwinkel gab. Das gesamte Material fuer das Haus haben sie nur im Winter ueber eine Eisstrasse auf dem gefrorenen See bringen koennen. Okay, wir sind also gegen Samstag Mittag dort angekommen und sind auch sofort in den See gesprungen, der trotz seiner Groesse kuschlige 22Celsius warm war. Anschliessend haben wir Mittag gegessen und was ich zum Essen dort nochmal schnell sagen will, ist, dass es wirklich supergut ist und ich mich dort imemr wirklich vollgegessen habe. Am Nachmittag dann haben wir den ganzen Tag am Strand verbracht und alle ihre "Spielgeraete" ausprobiert. Zuerst mal haben die ein altes Surfboard (ohne Segel), worauf man sich hinlegen kann und sich dann einfach mit Schwimmbewegungen nach vorne schiesst. Es ist wirklich sehr schnell und man kann die umliegenden Inseln innerhalb von wenigen Minuten erreichen. Ausserdem haben sie noch ein Paddelboot, was man fuer den selben Zweck nutzen kann, welches allerdings nicht ganz so schnell ist. Die beste Sache, die sie haben, ist allerdings das Sea-Doo, worauf wir praktisch den ganzen Abend verbracht haben und was niegelnagelneu ist. Das Sea-Doo wurde bis zu dem Wochenende nur 4h benutzt! Wir sind also mit TopSpeed ueber die Wellen gesaust; es kann bis zu 120km/h schnell fahren! Spaeter am Abend war ich mit Sarah auf dem Sea-Doo und dadurch, dass sie ihr ganzes Leben auf solchen Geraeten verbracht hat, konnte sie schon ein paar verrueckte Dinge machen. Wir sind also durch die Buchten gesaust und haben Kurve und Slalom nach Slalom hingelegt und bei einer besonders engen Kurve hat es uns beide aus der Maschine rausgeschleudert und wir sind mit wenigstens 60km/h ins Wasser geknallt oder drueber hinweg geschossen. Gluecklicherweise hatten wir Schwimmwesten an und uns ist beiden nichts passiert. Wir waren zwar beide etwas durchgeschuettelt, aber sie hat einfach nru angefangen zu lachen, hat sich aufs Sea-Doo geschwungen und ist mit mir davongesaust (ich habs danach erstmal langsamer angehen lassen). Die Familie hat einen riesiges Hundebiest, was sie brauchen, weil es dort von Baeren nur so wimmelt. Deshalb ist ihr Haus auch eingezaeunt und man darf kein Essen draussen liegen lassen. Am Abend sind wir dann auf einen kleinen Spaziergang gegangen und haben sogar ein kleines Baerenkind gesehen, woraufhin wir dann lieber schnell nach Hause zurueckgekehrt sind, weil die Mutter ja wahrscheinlich nicht so weit weg sein kann. Carl und ich haben dann nach dem Abendessen das Zelt aufgebaut, in dem wir schlafen wollten, und es uns mit ein paar Schlafsaecken gemuetlich gemacht. Henry hatte ein bisschen Feuerwerk mitgenommen, was wir uns dann so gegen Mitternacht angeschaut haben. Anschliessend sind wir dann noch zu einem Mitternachtsschwimmgang aufgebrochen, was wirklich ein bisschen unheimlich war, wenn man bedenkt, was so alles in diesem riesigen See rumschwimmt (Monsterfische und Schnappschillkroeten). Sobald wir aus dem Wasser rauswaren, hat es angefangen zu stuermen und ein riesiges Gewitter hat sich ueber uns aufgebaut, weshalb wir dann schnell RIchtung Haus gefluechtet sind. Dadurch, dass es tagsueber so superheiss ist, verdampft viel Wasser von dem See und abends dann bilden sich immer grosse Stuerme. Wir konnten also Blitzschlag und orkanartige Boeen erleben und die Nacht war wirklich ernsthaft taghell, weil es jede Sekunde mindestens einen Blitzschlag irgendwo gab und man es ueber den See gut sehen konnte. Auch der Donner war ohrenbetaeubend laut, weil es durch den See so weit geleitet wurde. Das Gewitter ist dann aber langsam abgezogen und hat uns ein wunderschoenes Blitzschauspiel bewundern lassen. Wir konnten wirklich jede Sekunde einen Blitz sehen, der es dann sehr hell werden liess und wir konnten nichtmal den Donner hoeren, weil das Gewitter schon so weit weg war. Auch die Blitze zwischen den Wolken konnte man gut sehen und mit wurde in diesem Moment wirklich bewusst, wie wenig Kontrolle wir ueber alles haben, was um uns geschieht.Nach dem das Gewitter dann weit genug abgezogen war, haben Carl und ich es uns gemuetlich im Zelt gemacht und Sara und Sarah sind ins Haus gegangen. Carl hat mir dann im Zelt erzaehlt, dass er mit seinem Motorbike auf der Schlaengelstrecke einen Unfall gehabt hatte und dass dies der Grund fuer seine Blessuren und Kopfschmerzen sei, ueber die wir usn den ganzen Tag schon gewundert hatten. Er war auf den kleinen Steinchen auf der Strasse weggerutscht und ist dann in die Boeschung gesschlittert, die ungluecklicherweise anderthalb Meter abfiel und er da runtergefallen ist. Ihm gings aber ganz gut und wir sind schnell eingeschlafen. In der Nacht hat es wieder angefangen zu stuermen und wir sind am Morgen in einer riesigen Pfuetze aufgewacht und alle unsere Sachen waren nass. Gluecklicherweise hatte uns aber keiner der umgestuerzten Baeume und Aeste getroffen. Ich habe mit dann gleich am Morgen Taucherbrille und ein Fischenetz geschnappt und habe mich auf die Jagd nach kleinen Schnappschildkroeten gemacht. Die haben sich auf den umliegenden grossen Steinen gesonnt und von dort habe ich sie runtergescheucht und dann im Wasser mit dem Netz gejagt, wo ich sie auch meistens bekommen habe. Wir haben dann mit denen etwas rumgespielt, sie aber bald wieder zurueck ins Wasser geschmissen. Spaeter hat es sich dann etwas bewoelkt und das Wasser war wirklich sehr erfrischend. Wir haben ein paar Spiele gespielt und es war toll mal wieder Kartenspiele in einer netten Atmosphaere zu spielen. Ich habe dann spaeter das Zelt zusammengepackt und wollte schwimmen gehen, als ich gemerkt hab, wie viele Insekten ich an meinem Koerper hatte. Ich hatte mehrere Blutegel an meinen Beinen und Zecken und Holzboecke an Armen udn Ruecken, ich habe mich dann sofort daran gemacht, die loszuwerden und mich um ehrlich zu sein, etwas geekelt. Ich hatte das zwar schon einige Male zuvor, allerdings nie so viele und nie in so kurzer Zeit.Am Abend haben wir uns dann auf den Heimweg gemacht und in der Naehe Winnipegs gestoppt und zu tanken. Ich bin dort zufaellig auf Darcy Vermeulen und ein sehr gut aussehendes Maedchen gestossen. Er studiert in Winnipeg und ich habe ihn ein paar Mal auf Parties und so weiter getroffen. Wie sich herausstellte, war das Maedchen auf ganz nett und studiert auch in Winnipeg. Sie ist aus Deutschland und ihr Vater und ihr Bruder sind zur Zeit auch in Goettingen. Sie kommt alle zwei Jahre und das naechste Mal, wenn sie kommt, wird sie es mich wissen lassen und wir koennen vielleicht, was zusammen unternehmen. Und ja, sie spricht auch Deutsch.Wir sind dann auch nach Hause und ich bin gleich ins Bett gefallen, weil ich die Nacht davor aufgrund des Gewitters und all der Insekten in unserem Zelt ja nicht wirklich gut geschlafen habe!
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