Saturday, June 02, 2007

Henry, Henry...Henry

Gestern und heute habe ich wieder mal gearbeitet und wir sind jetzt ziemlich dicht dran das gesamte Geruest mit dem Boden fuer das zweite Geschoss fertig zu stellen. Aber ich habe auch zwei Geschichten ueber die letzten beiden Tage. Gestern habe ich mit Myron und dem Traktor ein paar Holzplanken aufgesammelt, die wir dann spaeter nutzen wollten, als wir eine ziemlich lange Schlange durchs Gras schlingeln sahen. Myron ist sofort vom Traktor gesprungen und hat sie gekonnt gegriffen und nach mir geschmissen. Ich habe sie natuerlich nicht mit dem ersten Griff gefangen und musste sie dann vom Boden aufheben. Wir haben ihren Kopf dann anschliessend zwischen zwei Holzbretter geklemmt und Myron hat den Rest des Koerpers vom Kopf weggerissen, was wirklich blutig und unappetitlich war. Aber zumindest sind wir sie so losgeworden.
Heute jedoch ist sogar noch etwas Schlimmeres passiert. Henry (Rempel) hat sich den Arm gebrochen. Wir sind ganz normal wie jeden Samstagmorgen zur Arbeit gegangen und haben den gesamten Tag ueber gearbeitet. Henry hat sich darum gekuemmert, grosse Baeume die wir am Tag zuvor gefaellt hatten, in kleine Stuecke zu saegen und dann entweder gleich zu verbrennen und fein saeuberlich auf einen Haufen zu stapeln.
Wir (Henry Enns, Myron und ich) hingegen haben das zweite Geschoss der Scheune langsam aufgebaut und mussten dazu den ganzen Tag in gluehendem Sonnenschein (das Wetter spinnt hier verrueckt) und in luftigen Hoehen bei ziemlich starkem Wind arbeiten, wo wir uns auch nur an den spaerlich vorhandenen Querverstrebungen festhalten konnten. Alles ist gut gegangen, zumindest fuer uns.
Dann haben wir uns auf zum Haus gemacht, wo wir im Garten mit dem Grill unsere Mittagspause verbracht haben. Nach dem Mittagessen sind Henry (Rempel), Myron und die drei Kinder der Familie zum Trampolin gegangen (ich war so voll, dass ich keinen Unfall riskieren wollte), wo sie dann auch freudig gesprungen sind. Na ja und dann ists auch schon passiert. Henry ist super hoch gesprungen (er hat den bounce von Myron genutzt) und ist auf allen Vieren gelandet, wobei seine Arme allerdings als erstes aufgekomemn sind. Ein lautes "Snap" und ein deformierter Arm haben dann auch keine anderen Schlussfolgerungen zugelassen und Loretta (Henrys Frau) hat ihn dann so schnell wie moeglich ins Krankenhaus gefahren, waehrend wir weiter gearbeitet haben. Das war schon ein ziemlicher Schock. Es ist anscheinlich ziemlich ernst zu nehmen, beide Knochen im linken Unterarm sind gebrochen und haben die Innenseiter der Haut aufgerissen, weshalb er wahrscheinlich eine Operation haben muss, es besteht Infektionsgefahr, mit all der gerissenen Haut...
Achso, ich habe sogar noch eine andere Geschichte:
Gestern als wir gearbeitet haben, haben wir versucht einen dieser riesigen Baumstaemme als Querverstrebung in die dafuer vorgesehen Verankerungen zu wuchten. Dazu haben wir einen riesigen Traktor benutzt und an die Schaufel extra Holzstraeben geschraubt, damit wir es hoch genug hiefen konnten. Wir mussten es ca. 8m hoch schaffen, weil dort die Verankerungen in den Waenden waren. Wir haben das erste Ende auch reingeschafft und dann ist Myron mit einer Leiter hochgeklettert, um mit dem Vorschlaghammer den letzten Rest des anderen Endes in die gewuenschte Stellung zu schieben. Ja und da ists auch passiert. Der grosse Holzstamm (min. 500kg schwer, weil er auch mit einer dicken Teerschicht rundherum gestrichen ist) hat die Holzplanken, die wir an die Schaufel geschraubt hatten, einfach durchgebrochen und ist mit einem lauten Krach einfach runtergeknallt; von acht Metern Hoehe!!!
Auf dem Weg nach unten hat es auch einer der Waende einen kraeftigen Schlag versetzt und zwar ungluecklicherweise der Wand, wo Myron seine Leiter gehabt hat. Die Leiter ist kraeftig nach Hinten geschleudert worden und Myron ist schnurgerade auf die halbfertige Wand zugefallen. Er waere genau auf die Wand gefallen (er war ca, 3m ueber der Wand, die ihn dann genau zwischen die Beine geschlagen haette), wenn er nicht sein Bein nach innen angewinkelt haette (er meinte, er habe es kommen sehen und wollte das Schlimmste verhindern) und damit die gesamte Wucht des Falls mit seinem Bein und nichts Anderem abgefangen hat. Er ist danach noch die restlichen fuenf Meter gefallen und sein Werkzeugguertel mit Hammer, Naegeln und so weiter ist gluecklicherweise so gelandet, dass er sich die Naegel durch den Aufprall nicht selbst in den Magen gerammt hat. Er ist dort erstmal fuer die naechsten Minuten liegen geblieben und dann aber einfach aufgestanden und hat weitergearbeitet. Er hat wohl noch mal Glueck gehabt. Heute morgen war sein Ellenbogen dreimal so dick wie normal und sein Schienbein hatte einen blauen Fleck so gross wie mein Handteller, wenn nicht groesser. Ansonsten gehts ihm aber gut.
Ja, in den letzten zwei Tagen war die "Verlustrate" ziemlich hoch und ich bin nur froh, dass mir nichts passiert ist. In den kommenden Wochen werden wir nur noch am zweiten Geschoss arbeiten, das heisst in 8-10m Hoehe-->ich werde also gut auf mich aufpassen und immer was zum Festhalten in der Naehe haben...

1 comment:

Anonymous said...

Danke sehr an den Autor.

Gruss Elisa