Monday, April 09, 2007
Calgary...let's go, FLAMES, let's go!!!
Wir sind also letzte Woche Mittwoch superfrueh (um 6:30Uhr!!!) nach Calgary aufgebrochen. Am Abend zuvor hatte ich das Packen so lange verschoben, dass ich letztendlich nur wenige Minuten am Abend noch hatte um meine Tasche zu packen. Und auch nur EINE Tasche war erlaubt, was sich als gar nicht so einfach erstellte, weil ich auch noch ein paar Sachen in Calgary kaufen wollte.Dennoch habe ich dann alles, zusammen mit einigen Essenssachen (schliesslich sollten wir uns ja selbst versorgen und ich wollte ja nicht eine Woche lang nur FastFood essen), in die Tasche gestopft und bin dann verschlafen in den Van gesetzt und gewartet, bis wir endlich all die anderen aus kleineren Gemeinden aufgesammelt hatten und die Reise beginnen konnte. Fuer den Van brauchten wir einen extra Fahrer und zwar weil es ein 15-Passenger-Van (also ein kleiner Bus) ist. Gluecklicherweise war der Vater von Cara (Dale Macdonald) ein Truckdriver und hatte deshalb eine solche Erlaubnis. Er hat also einen Teil unseres gesponserten Geldes bekommen und hat uns also den ganzen Weg nach Calgary gefahren (das ist ein gesamter Tag fahren, ohne Pause!). Dadurch, dass wir frueher als gedacht aufgebrochen sind, sind wir auch relativ frueh in Drumheller angekommen. Drumheller ist circa 1,5h von Calgary entfernt und ist sehr bekannt und zwar fuer die Dinosaurierausgrabungen, die dort stattgefunden haben. Dort wurden naemlich ein Grossteil der Skelette und Fossilien gefunden. Dementsprechend sah auch die Landschaft rund um Drumheller aus, augebuddelt und riesige Schutthuegel...Wir sind also so gegen 7Uhr in Drumheller angekommen und haben uns in unserem Hotel zurechtgemacht. Ungluecklicherweise hatte dieses Hotel keinen Pool, weil wir dachten, wir wuerden sowieso sehr spaet kommen. Wir haben also versucht uns etwas Anderes zu tun zu suchen. Das stellte sich aber als relativ schwierig heraus und zwar, weil Dale (driver) sofort ins Bett gefallen war (er war ja den ganzen Tag lang nur gefahren) und wir somit keine Moeglichkeit hatten, irgendwo hinzugehen, weil unser Hotel ziemlich weit weg vom Stadtcenter lag. Die einzigen Sachen, die wir machen konnten, waren: Essen im nahen Restaurant oder...ja, das wars auch schon.Bis dann Beau (Teichroew, Schueler aus meiner Klasse) auf einmal mit einer Superidee hervorkam und zwar wollte er einen der nahen Huegel erklettern. Das ist einfacher gesagt als getan, weil es langsam dunkel wurde, die Schneeschicht sehr eisig war und der Huegel gar nicht mal so klein war (so um die 350meter)...Aber da wir nun wirklich nichts Anderes zu tun hatten, haben wir uns also auf den Weg gemacht. Der Weg auf den Berg war gar nicht so schwierig vor allem, weil es nicht ganz so steil war und wir im ZigZag hochgeklettert sind. Oben angekommen haben wir aber etwas ueberrascht festgestellt, dass wir alle Kaktusstacheln in den Haenden hatten. Und zwar konnten wir das ja nicht fuehlen, weil es dafuer viel zu kalt war und anscheinend gab es hunderte Kakteen unter dem Schnee, die wir auch nicht sehen konnte. Als wir also oben angekommen unsere Haende aufgewaermt haben, hat es unheimlich angefangen wehzutun und an einigen Stellen zu bluten...Aber das war schnell an den Hosen abgewischt und dann haben wir unsere Freunde, die im Hotel geblieben waren, angerufen und sie gebeten Fotos von uns zu machen. Zwei der Maedchen haben sich dann aber auch noch spontan entschieden zu uns auf den Berg zu klettern und deshalb haben wir dann noch gut 45minuten auf sie gewartet. Waehrenddessen wurde es allerdings bitterkalt und der Wind frischte auch erheblich auf. Als die beiden dann endlich angekommen waren, war es so kalt, dass wir uns gleich wieder auf den Rueckweg gemacht haben. Wir wollten allerdings einen anderen Weg nehmen und haben uns deshalb schlichtweg fuer den naechstbesten Weg nach unten (ohne viel Ueberlegen) entschieden. Das hat sich dann allerdings spaeter als Fehler herausgestellt, weil diese Stellen auf der Sonnenseite lagen und wir deshalb den ganzen Weg nach unten geschlittert sind, was abundzu schonmal ziemlich gefaehrlich wurde, wenn man mal versucht hat anzuhalten. Ich bin zusammen mit den Maedchen relativ langsam (so langsam wie es eben ging) nach unten geklettert, waehrend die anderen beiden den schnelleren Weg gewaehlt haben. Das Ergebnis daraus waren eine aufgerissene Jacke und der andere War mit Schlamm bedeckt, weil da den ganzen Tag die Sonne raufgeknallt hatte und er direkt in eine Riesenschlammpfuetze gerutscht ist (stoppen war kaum moeglich;).Wir sind dann also schlammbeschmiert und sehr, sehr muede so gegen 10Uhr in unser Hotel zurueckgekehrt und ich bin ins Bett gefallen und bin nach ein bisschen Fernsehen auch gleich eingeschlafen.Am naechsten Morgen ging es dann relativ frueh zum Royal Tyrrell Museum, um uns nicht nur Ausgrabungsstaetten sondern auch Dinosaurierskelette und andere Modelle und Tiere anzuschauen. Das Museum hat mich eigentlich positiv ueberrascht, auch wenn es an die Qualitaet des Naturkundemuseums nicht ganz heranreicht.Anschliessend haben wir uns dann endlich auf den eigentlichen Weg nach Calgary gemacht und sind so gegen fruehen Nachmittag dort angekommen. Dort haben wir zuerst das TelusWorld of Science Museum besucht und dort zusammen mit hunderten von Fuenf-Jaehrigen alle moeglichen Sachen ausprobiert und mit rumgespielt (ich glaube, dass Museum war eher fuer Grundschueler, aber wir hatten trotzdem Spass...).Am Abend sind wir dann zur einer ziemlich grossen ShoppingMall gegangen und haben dort den Abend verbracht. Ich habe fuer mich zwei Paar kurze Hosen und eine neue Badehose gekauft, bevor wir dann zusammen wieder nach Canmore (ein anderer von Calgarys Vororten) aufgebrochen sind. Am naechsten Tag sind wir circa. 1h nach Banff gefahren. Banff ist selbst in Manitoba sehr bekannt fuer die Berge und es ist mit Sicherheit eine der schoensten Regionen Canadas. Und zwar ist das genau in der Mitte der kanadischen Rockies und man hat einen Superblick aufs Gebirge und auf das Touristenmetropol Banff. Heute war Wandern dran und wir haben uns auf einen 4meilen-langen Marsch entlang einer der Canyons gemacht. Wir haben dort supertolle Fotos geschossen von einem gefrorenen Wasserfall und einigen schon getauten Stellen. Und einige der Eiszapfen waren so lang wie die Baeume und allein die Baeume waren riesig. Ich bin dann zusammen mit ein paar anderen vom Pfad abgewichen und wir sind den einen Eisberg hochgekraxelt (ich weiss nicht wie man das buchstabiert:P) und haben dort oben an einer der getauten Stellen pures, kristallklares Bergwasser in unsere Flaschen gefuellt. Danach sind wir dann wieder nach unten geklettert und haben uns dabei ziemlich nass gemacht, weil man nie wirklich sagen konnte, was schon getaut war und was noch tief gefroren...Es hat uns eine ganze Weile gedauert, bis wir die Wanderung auf dem Pfad endlich beendet hatten und zwar, weil wir staendig vom Weg abgewichen sind und es wirklich supereisig war. Wir hatten alle keine Wanderstiefel dabei und der Pfad lag auf der stark sonnenbeschienen Seite des Berges und deshalb war die gesamte erste Schneeschicht zu dicken und sehr, sehr rutschigen Eis gefroren. Deshalb war der Weg den Berg hinunter auch dreimal so gefaehrlich, weil man groesstenteils die Baeume zum Bremsen benutzen musste und das bei dem ein oder anderen zu blauen Flecken und aufgeschlitzten Hosen oder Sweaters gefuehrt hat (auch ich habe einige blaue Flecke an Knien und Ellenboegen).Nach diesem doch relativ erschoepfenden Trip haben wir uns in die bekannteste Gondola Kanadas gesetzt und sind zur "Spitze der Welt" gefahren (so haben die es wenigstens genannt). Von dort aus hatte man eine tolle Sicht ueber mehrere Bergspitzen und wir haben dort relativ viel Zeit verbracht, bis die Sonne so stark wurde, dass ich es fuer meinen Teil kaum mehr aushalten konnte. Dort oben war uebrigens eine festgetretene Schneeschicht, die so um die 2m dick war, weil die anstatt es wegzuschaufeln einfach nur plattgewalzt haben...Wir haben uns dann also wieder in die Gondel auf dem Weg nach unten gesetzt, sind heil angekommen und haben uns dann zurueck auf den Weg nach Canmore gemacht, wo wir wieder in unsere Zimmer gegangen sind. Das Hotel hatte auch einen Pool, Hottub und Slide, sodass wir dann am Abend auch noch viel Spass hatten. Der naechste Tag war dann auch schon unser vorletzter und wir haben uns nach einem ausgiebigen Fruehstueck in Richtung Calgary Zoo gemacht. Dazu muss man sagen, dass der hier unheimlich bekannt ist. Und anscheinend einer der groessten Zoos im Umkreis ist (wahrscheinlich in gesamt WestCanada)...Wir sind also dort angekommen und es war relativ stuermisch und kalt. Die anderen Tage ueber war es immer sehr sonnig und warm (also kanadisch "warm") gewesen, aber halt nicht heute. Wir haben uns also eine Fuehrung angehoert ueber CanadianWildlife und anschliessend haben wir uns auf die eigenen Socken gemacht und den Zoo erkundet. Um ehrlich zu sein, war ich nicht so beeindruckt (der Zoo hatte ungefaehrt die gleiche Groesse wie der BerlinerZoo), aber der Rest der Gruppe war nicht zu halten, und hat sich mit kindlichem Eifer auf alles Moegliche gestuerzt. Wir sind also mehrere Stunden dort geblieben und haben viel Spass gehabt. Vor allem deshalb weil einige der Schueler, die letztes Jahr graduiert haben und die ich in den ersten paar Wochen meines Aufenthalts in Kanada kennengelernt hatte, nach Calgary gezogen sind und alle zum Zoo gekommen sind, sodass wir dann die Gelegenheit genutzt und mit ihnen geredet haben und herum gelaufen sind. Am Abend haben wir uns dann also in Richtung Saddledome aufgemacht. Das Eisstadion Calgarys, was auch schon relativ alt ist, weil es fuer die Olympischen Winterspiele hier gebaut wurde. Der Saddledome ist das Zuhause eines der besten Hockeyteams Canadas, der Calgary Flames, das uebrigens das EINZIGE canadische Hockeyteam ist, dass es in die NHL-PLayoffs geschafft hat (sowas wie die Championsleaque nur fuer Hockey eben und die kanadischen Teams ins wirklich gut!!!)...Wir sind ungluecklicherweise 5stunden zu frueh dort gewesen, sodass wir den Saddledome sogar mal ganz leer sehen konnten. Der hat sich dann aber so 2h bevor Start angefangen zu fuellen, und war 1h vor Beginn komplett gefuellt mit roten und blauen Fans. Und zwar war das Gegnerteam, das Team der Edmonton Oilers. Diese beiden Teams sind zwei der sehr wenigen TEams, die es in die us-amerikanische NHL schaffen (nur eine begrenzte Anzahl kanadischer TEams ist dort uberhaupt erlaubt). Und dazu kommt noch, dass diese beiden Teams aus ein und derselben Provinz Canadas kommen, Alberta. Die Konkurenz und auch die Feindschaft, war also unheimlich hoch, was waehrend des Matches fuer zahlreiche Kaempfe und dreimal Blutpfuetzen auf dem Eis gesorgt hat. Die Pfuetzen sind sofort gefroren und musste dann mit einem "Eiskratzer" runtergekratzt und zusammengefegt werden (mehrere der Spieler haben bei dem Spiel den ein oder anderen Zahn verloren...).Das Spiel an sich (ausser die Kaempfe) war gar nicht so toll und das Publikum war erstaunlich still. Was wahrscheinlihc daran lag, dass es eines der wichtigesten Matchs fuer the Flames war, weil sie das gewinnen mussten, um sich von selbst in die Playoffs zu spielen. Gegen Ende der ersten (der drei) Periods jedoch wurde verkuendet, dass eine anderes Spiel des Tages zu Gunsten von Calgary ausgegangen war und sie deshalb von einem anderem Team in die PLayoffs katapultiert wurden.Die folgenden beiden Periods waren grossartig und selbst die Schueler aus meiner Schule, die das Spiel am Fernseher mitverfolgten, haben mir bestaetigt, dass es eines der besseren Spiele war und wir wohl wirklich Glueck haetten (und das nicht nur wegen der Kaempfe...).Als eines der ganz grossen Extras hatte die am Anfang, bevor es eigentlich losging, eine tolle Licht/Lasershow and am Ende dieser und auch mehrere Male im Spiel haben die riesige Flammen in der Kuppel und an den Seiten des Stadions (da wo keine Zuschauer sassen) abgefackelt und die Hitzewelle war enorm. Und ich sass relativ weit weg und konnte es heiss auf der Haut spueren, ich will gar nicht wissen, wie das ist, dichter dran zu sitzen. Und dieses Licht/Flammenspektakel haben sie natuerlich dort wegen des Namens-->Flames...das Spiel war dann so gegen 11Uhr zu Ende (es hatte 8Uhr angefangen) und wir haben uns praktisch sofort auf den Heimweg gemacht, was sich als gar nicht so einfach herausstellte, weil jeder der 20.000Fans ja nach Hause wollte.Wir hatten also erstmal Schwierigkeiten den richtigen Ausgang zu finden und es hat uns gut und gerne eine Stunde gekostet, bis wir aus dem Fanverstopften, feiernden Calgary wieder herausgekommen sind.Wir sind sehr spaet in unserem Hotel in Strathmore (east von Calgary) angekommen und haben uns, da wir sowieso wieder in 7h haetten aufstehen muessen, entschieden, die ganze Nacht wachzubleiben, wir sind also ein bisschen durch Strathmore gewandert und haben so gegen Mitternacht eine kleine Mahlzeit in eines der 24/7 Restaurants Strathmores gekauft. Dann sind wir wieder zurueck ins Zimmer und haben uns dort die Zeit mit Filmen und so weiter vertrieben. Um 5Uhr morgens gabs dann Fruehstueck und wir sind gegen 5:45Uhr wieder in Richtung Manitoba, macgregor aufgebrochen, wo wir dann auch am Abend gegen 8Uhr angekommen sind. Ich bin dann gleich todmuede ins Bett gefallen mit dem Gedanken, dass das Reisen nach Regina, Wyoming und Calgary nun erstmal ein Ende hat und ich mich fuer die naechsten Wochen erstmal zuruecklehnen kann.Aber auch mit dem Gedanken, dass das wahrscheinlich die erlebnissreichste Zeit meines Lebens war...und auch die stressigste;)
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