Ich habe meine letzte Cabaret-Vorstellung am Mittwoch Abend gehabt und danach musste ich schnell alle meine Sachen fuer die Reise in die Staaten zusammenpacken. Am naechsten Morgen sind wir dann frueh am Morgen losgefahren (so gegen 6Uhr..Sara musste erstmal noch ihren Passport suchen). Es gab kaum Probleme, bis wir an der Grenze angekommen sind! Ich wusste ja, dass ich wieder ein extra Visum brauchen wuerde und darauf waren wir auch vorbereitet, aber dann gabs da noch eine Sache, die wir nicht wussten…Tina’s Boss (Henry Zacharias) spielt in einer Country-Gospel-Band und verdient sich damit ein bisschen was extra. Diese Band hat nun so ca. 1000 CD’s und Kassetten nach Texas verkauft und deshalb hat Henry Tina einfach nur gebeten, die CD’s nach Texas zu irgendeiner Kirche zu bringen. So weit, so gut. Ungluecklicherweise ist es nicht erlaubt eine grosse Anzahl von “Waren” zum Verkauf in die Staaten zu bringen. Und Tina hat sich den Zollbeamten gegenueber auch etwas ungluecklich ausgedrueckt (sie haette betonen sollen, dass die CD’s schon laengst verkauft waren), dadurch wurde uns dann erstmal die Einreise in die USA verweigert und wir mussten diese drei riesigen Kisten voll CD’s irgendwie loswerden. Zurueck nach MacGregor ging nicht, weil das sicherlich 2-3stunden mehr gedauert haette. Wir sind also einfach zur naechsten Farm gefahren und haben dort lieb gefragt, ob die nicht einfach fuer eine Woche diese drei Kisten bei sich behalten wollen. Und ueberraschenderweise haben die auch gleich eingewilligt und zwar passiert das anscheinend oefter, dass Leute etwas nicht mit in die Staaten nehmen duerfen und daraufhin es einfach versuchen beim naechsten Haus abzusetzen. Also haben wir die Sachen dann dortgelassen und uns auf die Reise in die Staaten gemacht. An der Grenze gabs dann auch keine Probleme mehr. Dennoch haben wir zusammengenommen mehr als 3h verloren, weil sie ja auch noch ein “Taeterprofil” von Tina erstellen mussten (schliesslich hat sie ja “wissentlich” versucht, etwas “Illegales” in die Staaten zu bringen).
Wir haben uns dann also auf den Weg durch das langweilige, verstaubte North Dakota gemacht und es hat uns ungefaehrt 6-7h gekostet, um bis nach South Dakota zu kommen (es war dann auch shcon so gegen 15Uhr).
Als wir dann aber endlich in South Dakota angekommen waren, hat es uns auch gleich viel mehr Spass gemacht und zwar, weil die dort eine wunderschoene Landschaft haben. Mit Bergen, Fluessen, schoenen Sonnenuntergaengen und allem drum und dran. Wir sind dort aber einfach nur durchgefahren, weil wir ja noch bei Lucas bis zum Abend ankommen wollten! Nach einigen weiteren Stunden sind wir dann aber auch shcon im Nordteil Wyoming’s angekommen und mussten jetzt also “nur” noch durch ganz Wyoming bis zur Suedostecke des States fahren.
Das haben wir dann aber auch letztendlich geschafft und haben uns dann so gegen 1:30Uhr (des naechsten Tages) Laramie genaehert. Ich habe dann auch Lucas angerufen und mir beschreiben lassen, welchen Exit wir nehmen sollen und wie wir uns treffen werden. Dummerweise hab ich da wohl irgendwas falsch verstanden und wir brauchten um die 30minuten, bis wir uns gefunden hatten.
Wir sind dann also alle am Abend erschoepft ins Bett gefallen und Lucas und ich haben uns noch fuer eine lange Zeit unterhalten, bis auch uns dann so gegen 3Uhr die Augen zugefallen sind (Lucas hatte ja Schule am naechsten Tag).
Ich habe also den Morgen des naechsten Tages genutzt, um mal wieder richtig auszuschlafen und Kraft zu tanken. Ich werde diese Gelegenheit mal nutzen, um Lucas’ Family und das Haus, in dem sie leben, zu beschreiben:
Er hat eine sehr grosse Hostfamily mit mehreren Gastbruedern im naeheren Umkreis und weiteren Gastgeschwistern weiter weg (SaltLakeCity, Utah). Das Haus haben sie erst letztes Jahr fertiggestellt und die Familie hat es ganz allein gebaut. Es ist wunderschoen, gross und liegt genau in der Mitte eines verstaubten Feldes (hier wird kaum Ackerbau betrieben, weil es zu trocken ist). Lucas lebt im Keller des Hauses, hat sein eigenes Badezimmer und auch ansonsten geht’s ihm platzmaessig gut. Eine andere interessante Sache ist, dass seine Gastfamilie Mormonen sind. Um mal die Hauptunterschiede zwischen Mormonen und “normalen” Christen zusammenzufassen, laesst sich Folgendes sagen: Mormonen glauben an eine zweite Wiederauferstehung Christi und warten des praktisch jeden Sonntag darauf. Auch nehmen sie ihre Religion sehr, sehr ernst und die Messen sind so gegen 3h lang.
Aber na ja, am naechsten Morgen habe ich mich also erstmal richtig ausgeschlafen und bin dann zusammen mit Laurn (seinem Hostfather) zu dessen Arbeitsplatz gefahren. Er arbeitet in der Bibliothek der Universitaet of Wyoming, die sich in Laramie befindet. Dazu muss man sagen, dass Laramie so gegen 30.000Einwohner hat und min. 15.000davon Studenten sind! Diese Stadt funktioniert also nur um die Uni herum. Und praktisch jeder, dem man auf der Strasse begegnet, ist juenger als 30…
Ich habe also etwas Zeit in seinem Buero verbracht und wir dann anschliessen zusammen losgezogen, um uns Lucas Fussball-Spiel anzusehen. Am Abend haben wir uns dann noch “Per Anhalten durch die Galaxis” ausgeliehen und den Abend in aller Ruhe ausklingen lassen. Am naechsten Morgen haben wir uns dann auf “Trashhunt” gemacht. “trashhunt” bedeutet, dass man mit einem Truck durch die Gegen faehrt und anderer Leute Muell einsammelt und das in den Truck schmeisst. Und zwar hat der Vater diesen Job vorrangig angenommen, weil er seinen Kindern vor Augen fuehren wollte, weshalb es gut ist zu lernen, und sich in der Schule anzustrengen. Ich halte das ehrlich gesagt, gar nicht fuer so eine dumme Idee. Am Freitag hats dann angefangen zu schneien, sodass wir nicht wirklich viel draussen machen konnten….
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